Die kurze Version vorweg: Es gibt keinen Festpreis. Wer dir ohne eine einzige Rückfrage eine Zahl nennt, rät. Google Ads funktioniert über eine Auktion, und was ein Klick kostet, entscheidet sich in dem Moment, in dem jemand sucht.
Dieser Artikel erklärt, woraus sich deine Kosten zusammensetzen, warum der Klickpreis die falsche Frage ist und wovon dein Budget tatsächlich abhängt. Ohne Fantasiezahlen. Wie du Kampagnen komplett selbst aufsetzt, steht Schritt für Schritt im kostenlosen Ads-Leitfaden.
Google Ads ist eine Auktion. Jedes Mal, wenn jemand einen Suchbegriff eintippt, entscheidet Google in Sekundenbruchteilen, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge. Wer mitbietet, zahlt nur dann, wenn tatsächlich geklickt wird.
Was so ein Klick kostet, hängt an zwei Dingen: wie viele andere auf denselben Suchbegriff bieten und wie relevant Google deine Anzeige und deine Zielseite findet. Der zweite Punkt wird gern übersehen. Wer eine passende Anzeige und eine gute Landingpage hat, zahlt für dieselbe Position weniger als jemand mit einer beliebigen Anzeige.
Deshalb ist „Was kostet Google Ads?“ ungefähr so beantwortbar wie „Was kostet ein Auto?“. Die ehrliche Antwort lautet: kommt darauf an. Und hier sind die Faktoren, auf die es ankommt.
Es sind zwei getrennte Töpfe, und die werden oft in einen geworfen. Genau deshalb sind Angebote so schwer vergleichbar.
Dein Werbebudget fließt direkt an Google. Eine seriöse Agentur fasst dieses Geld nicht an, sie steuert nur, wie es eingesetzt wird. Du bestimmst die Höhe, du kannst sie jederzeit ändern, und du siehst in deinem eigenen Konto, wohin jeder Euro geflossen ist.
Wenn dir jemand ein Paket anbietet, in dem Werbebudget und Betreuung untrennbar zusammengefasst sind, frag nach der Aufteilung. Ohne diese Transparenz weißt du nie, wie viel von deinem Geld tatsächlich in Sichtbarkeit geflossen ist.
Für die Arbeit an den Kampagnen gibt es drei übliche Modelle. Ein Retainer ist ein fester Monatsbetrag, unabhängig vom Ergebnis. Prozent vom Werbebudget koppelt die Vergütung daran, wie viel du ausgibst, und setzt damit einen unangenehmen Anreiz: Je mehr du ausgibst, desto mehr verdient die Agentur. Erfolgsbasiert bedeutet, die Vergütung hängt an den tatsächlich erzielten Ergebnissen.
Ich arbeite nach dem dritten Modell: eine kleine Setup-Gebühr zum Start, danach zahlst du vor allem für qualifizierte Anfragen. Was genau als qualifizierte Anfrage zählt und wo die Grenzen des Modells liegen, steht offen auf der Seite zum erfolgsbasierten Marketing.
Fast jedes Gespräch über Google-Ads-Kosten dreht sich um den Klickpreis. Verständlich, führt aber in die Irre.
Zum Mitrechnen, mit frei gewählten Zahlen: Kampagne A holt Klicks für die Hälfte des Preises von Kampagne B. Klingt eindeutig besser. Wenn aus Kampagne B aber viermal so oft ein Gespräch entsteht, ist B trotzdem die deutlich günstigere Kampagne. Du brauchst am Ende keine Aufmerksamkeit, sondern Kunden.
Die Kennzahl, auf die es ankommt, heißt Kosten pro Anfrage. Sie beantwortet die einzige Frage, die zählt: Was muss ich investieren, damit ein Gespräch zustande kommt? Welche Kennzahlen wann sinnvoll sind, steht ausführlich in Phase 9 des Leitfadens.
Ein günstiger Klick, der nie zu einem Gespräch führt, war nicht günstig. Er war umsonst ausgegeben.
Vier Faktoren entscheiden, ob dein Budget reicht. Keiner davon lässt sich pauschal beziffern, aber alle lassen sich vorher einschätzen.
Der letzte Punkt ist der Hebel, an dem sich am schnellsten etwas ändern lässt. Eine dedizierte Landingpage konvertiert im Schnitt rund 4 %, eine normale Website-Seite rund 2,35 % (Quellen im Leitfaden). Allein das Entfernen der Navigation kann die Klicks auf den Haupt-Call-to-Action um rund 16 % erhöhen (Quelle).
Übersetzt heißt das: dieselbe Anzeige, dasselbe Budget, aber spürbar mehr Anfragen, nur weil das Ziel der Anzeige besser gebaut ist. Wie so eine Seite aussehen muss, steht unter Landingpage und Funnel.
Die teuersten Fehler passieren nicht im Kampagnenkonto, sondern davor. Drei davon kosten fast jeden Einsteiger Geld.
Kein Tracking vor dem Start. Ohne Conversion-Ereignis weißt du am Monatsende nicht, welche Anzeige die Anfrage gebracht hat, und optimierst blind. Tracking gehört vor die erste Anzeige, nicht danach. Wie das geht, steht in Phase 4.
Keine ausschließenden Keywords. Ohne sie zahlst du für Suchanfragen von Leuten, die etwas völlig anderes suchen. Das ist der schnellste Weg, Budget zu verlieren, ohne es zu merken.
Anzeigen führen auf die Startseite. Wer eine konkrete Frage hat und auf einer allgemeinen Übersichtsseite landet, springt wieder ab. Der Klick ist bezahlt, die Anfrage bleibt aus.
Keiner dieser Punkte braucht ein größeres Budget. Sie brauchen nur, dass jemand sie vor dem Start erledigt.
Statt einer Zahl aus dem Internet bekommst du eine Einschätzung für dein Angebot, deine Region und deinen Wettbewerb. Kostenlos, und auch dann ehrlich, wenn die Antwort lautet, dass sich Google Ads für dich gerade nicht lohnt.
Wenn du es lieber selbst aufsetzt, findest du den kompletten Weg im Ads-Leitfaden. Offen, kostenlos, ohne Anmeldung.