Ratgeber · Entscheidungshilfe

Google und Meta Ads selbst schalten oder eine Agentur beauftragen?

Die ehrliche Antwort vorweg: Beides funktioniert. Werbeanzeigen sind keine Geheimwissenschaft, und ich habe den kompletten Prozess kostenlos in den Ads-Leitfaden geschrieben, damit du ihn selbst gehen kannst. Die Frage ist nicht, ob du es lernen kannst. Die Frage ist, ob deine Zeit an dieser Stelle gut investiert ist.

Dieser Artikel sortiert das nüchtern: wann Selbermachen die richtige Entscheidung ist, wann eine Agentur wirklich hilft, was Selbermachen kostet und woran du erkennst, dass du an die Falschen geraten bist. Wer ich bin, steht auf der Startseite.

von Marc Richter Lesezeit rund 6 Minuten
Selbermachen

Wann du es selbst machen solltest

Es gibt drei Voraussetzungen. Wenn alle drei zutreffen, ist Selbermachen nicht die Notlösung, sondern der bessere Weg.

Du hast Zeit

Nicht einmalig ein Wochenende, sondern regelmäßig ein paar Stunden pro Woche. Anzeigen sind kein Projekt mit Enddatum, sondern eine laufende Aufgabe.

Dich interessiert die Technik

Tracking, Conversion-Ereignisse, Suchanfragen-Berichte. Wenn dir dabei nicht sofort langweilig wird, lernst du das schnell genug.

Dein Budget darf lernen

Die ersten Wochen sind Testbudget. Wenn dieses Geld nicht wehtut, sondern eingeplant ist, kannst du in Ruhe herausfinden, was funktioniert.

Du willst es verstehen

Wer selbst einmal eine Kampagne aufgesetzt hat, kann später jede Agentur besser beurteilen. Das ist auch dann wertvoll, wenn du später abgibst.

Wenn das passt, brauchst du keine Agentur, sondern eine Anleitung. Genau deshalb liegt mein kompletter Prozess offen im Ads-Leitfaden: von der Kanalwahl über Landingpage und Tracking bis zum Skalieren. Ohne Anmeldung, ohne Formular davor.

Ganz ehrlich

Ich veröffentliche den Leitfaden nicht aus Menschenfreundlichkeit. Ein Kunde, der versteht, was in seinem Konto passiert, ist der bessere Kunde. Und wer nach dem Lesen selbst klarkommt, soll es auch selbst machen. Beides ist mir lieber als jemand, der zahlt, ohne hinzuschauen.

Abgeben

Wann eine Agentur die bessere Wahl ist

Es gibt drei Situationen, in denen Selbermachen teurer wird als abgeben. Sie haben alle nichts mit Können zu tun.

Dir fehlt die Zeit, nicht das Verständnis. Der häufigste Fall. Du weißt ungefähr, was zu tun wäre, kommst aber nie dazu, weil das Tagesgeschäft läuft. Kampagnen, die niemand ansieht, laufen nicht neutral weiter, sie werden schlechter. Google und Meta liefern ohne Steuerung das aus, was am billigsten klickbar ist, nicht das, was Anfragen bringt.

Es läuft schon etwas, aber es kommt nichts an. Wenn seit Monaten Budget fließt und du trotzdem nicht sagen kannst, wie viele Erstgespräche daraus entstanden sind, ist das kein Motivationsproblem. Meist fehlt eine Struktur weiter vorn: falsche Keywords, keine dedizierte Landingpage, ein Angebot, das die Anzeige nicht trägt. Von außen ist das schneller zu sehen als von innen.

Das Tracking steht nicht. Ohne Pixel, Tag und sauber definiertes Conversion-Ereignis optimieren die Plattformen ins Leere und du bewertest nach Bauchgefühl. Tracking gehört vor den Kampagnenstart, nicht danach. Wer es sich technisch nicht selbst zutraut, sollte spätestens hier jemanden dazu holen.

Pass auf

Eine Agentur repariert kein Angebot. Wenn niemand nach deiner Leistung sucht oder die Marge pro Kunde zu klein für bezahlte Klicks ist, ändert auch die beste Betreuung daran nichts. Das gehört vor den Vertrag geklärt, nicht nach drei Monaten.

Realität

Was dich Selbermachen wirklich kostet

Selbermachen ist nicht kostenlos, es ist nur anders bezahlt. Drei Posten, die in keiner Rechnung auftauchen:

  1. Die Lernkurve. Werbeanzeigenmanager und Google Ads sind bedienbar, aber die Oberflächen führen dich nicht zur richtigen Entscheidung. Rechne für den ersten sauberen Aufbau mit mehreren Arbeitstagen, verteilt über Wochen. Dazu kommt die laufende Pflege.
  2. Die Lernphase des Algorithmus. Bei Meta gilt als Richtwert rund 50 Conversions innerhalb von 7 Tagen pro Anzeigengruppe, bis die Auslieferung stabil wird (Quelle im Leitfaden). Bis dahin schwanken die Ergebnisse. Wer in dieser Phase täglich nachjustiert, startet sie immer wieder neu und zahlt sie mehrfach.
  3. Das verbrannte Testbudget. Klicks ohne ausschließende Keywords, Anzeigen ohne passende Landingpage, Kampagnen ohne gemessenes Conversion-Ereignis: Dieses Geld ist weg und liefert nicht einmal Erkenntnisse zurück, weil nichts sauber gemessen wurde.

Der letzte Punkt ist der entscheidende. Lehrgeld ist in Ordnung, solange du danach schlauer bist. Teuer wird es erst, wenn du nach drei Monaten weder Anfragen noch Daten hast. Genau deshalb steht im Leitfaden das Tracking vor dem ersten Klick.

Vergleich

Die drei Abrechnungsmodelle im Vergleich

Wenn du abgibst, entscheidest du nicht nur über eine Agentur, sondern über eine Anreizstruktur. Das Modell bestimmt, woran die andere Seite verdient. Es gibt im Wesentlichen drei.

Retainer

Ein fester Monatsbetrag, unabhängig vom Ergebnis. Der Vorteil ist Planbarkeit auf beiden Seiten, und für laufende Betreuung mit klar beschriebenem Leistungsumfang ist das ein legitimes Modell. Der Nachteil: Das Risiko liegt vollständig bei dir. Bezahlt wird Aktivität, nicht Wirkung. Wer unabhängig vom Ergebnis vergütet wird, hat keinen wirtschaftlichen Grund, deine Kosten pro Anfrage zu senken.

Prozent vom Werbebudget

Die Vergütung ist ein Anteil an dem Geld, das du bei Google und Meta ausgibst. Das ist im Markt verbreitet und bei großen Budgets nachvollziehbar, weil der Aufwand mit dem Volumen wächst. Der eingebaute Konflikt ist trotzdem offensichtlich: Ein höheres Budget bedeutet mehr Honorar, auch wenn ein kleineres Budget besser für dich wäre. Wenn du dieses Modell wählst, lass dir erklären, wann eine Budgeterhöhung empfohlen wird und woran das festgemacht ist.

Erfolgsbasiert

Der größere Teil der Vergütung entsteht erst, wenn ein vorher definiertes Ergebnis eintritt. Das Modell steht und fällt mit genau dieser Definition. „Lead“ kann alles heißen, vom Klick bis zum unterschriebenen Auftrag. Ich arbeite mit einer kleinen Setup-Gebühr zum Start, dem Werbebudget, das direkt an die Plattformen geht, und einer erfolgsabhängigen Vergütung darauf. Als Ergebnis zählt eine qualifizierte Anfrage: jemand, den man erreicht hat und mit dem ein Erstgespräch vereinbart ist. Erstverträge laufen maximal drei bis sechs Monate. Wie das im Detail aussieht und wo die Grenzen des Modells liegen, steht auf der Seite zum erfolgsbasierten Marketing.

Mein Rat

Frag bei jedem Modell dieselbe Frage: Was genau muss passieren, damit ihr mehr verdient? Wenn die Antwort „mehr Arbeitszeit“ oder „mehr Werbebudget“ lautet, weißt du, wohin optimiert wird.

Warnsignale

Woran du eine schlechte Agentur erkennst

Es geht hier nicht um schlechte Absichten. Die meisten dieser Muster entstehen aus Bequemlichkeit oder aus falschen Anreizen. Trotzdem kosten sie dich Geld.

  1. Berichtet wird Reichweite statt Anfragen. Impressionen, Klicks und Follower sehen im Monatsbericht gut aus und sagen nichts darüber, ob dein Telefon klingelt. Die Zahl, die zählt, sind die Kosten pro Anfrage.
  2. Es gibt kein Tracking. Kein Pixel, kein Conversion-Ereignis, keine Antwort auf die Frage, wie eine Anfrage überhaupt gezählt wird. Ohne das ist jede Optimierung Behauptung.
  3. Lange Laufzeiten am Anfang. Zwölf Monate Mindestlaufzeit bei einer Zusammenarbeit, die noch nichts bewiesen hat, schützt nur eine Seite. Drei bis sechs Monate reichen, um zu sehen, ob es trägt.
  4. „Ergebnis“ bleibt undefiniert. Wenn im Angebot von Leads die Rede ist, aber nirgends steht, was als Lead zählt, wird darüber später gestritten. Lass es vor Vertragsbeginn schriftlich festhalten.

Und ein positives Signal zum Schluss: Eine gute Agentur sagt dir vorher, wann du sie nicht brauchst. Wenn nach deiner Leistung niemand sucht, wenn die Marge zu klein ist oder wenn du das Thema selbst in die Hand nehmen willst, ist ein klares Nein mehr wert als ein Vertrag.

Häufige Fragen

Kann ich Google Ads wirklich selbst schalten?
Ja. Google Ads ist kein geschlossenes System. Jeder kann ein Konto eröffnen und innerhalb weniger Stunden eine Suchkampagne starten. Die Hürde liegt nicht im Werkzeug, sondern in der Reihenfolge: Angebot schärfen, Landingpage bauen, Tracking einrichten, ausschließende Keywords hinterlegen, erst dann Budget freigeben. Genau diese Reihenfolge steht vollständig und kostenlos in meinem Leitfaden. Wenn du Zeit und technisches Interesse mitbringst, brauchst du für den Anfang niemanden.
Was ist der Unterschied zwischen Retainer und erfolgsbasiert?
Beim Retainer zahlst du einen festen Monatsbetrag, unabhängig davon, ob Anfragen entstehen. Du kaufst Arbeitszeit. Bei einer erfolgsbasierten Vergütung entsteht der größere Teil der Kosten erst, wenn ein vorher schriftlich definiertes Ergebnis eintritt. Entscheidend ist deshalb die Definition dieses Ergebnisses. Bei mir zählt eine qualifizierte Anfrage, also jemand, den man erreicht hat und mit dem ein Erstgespräch vereinbart ist. Nicht der Klick und nicht das ausgefüllte Formular allein.
Woran erkenne ich, dass meine Agentur nichts bringt?
Daran, dass im Monatsbericht Reichweite, Impressionen und Klicks stehen, aber keine Kosten pro Anfrage. Daran, dass niemand erklären kann, welches Conversion-Ereignis gemessen wird. Und daran, dass du nach drei Monaten nicht weißt, wie viele Erstgespräche aus der Werbung entstanden sind. Frag konkret nach: Wie viele qualifizierte Anfragen kamen im letzten Monat und was hat eine davon gekostet? Wer das nicht in einer Minute beantworten kann, misst es nicht.
Unsicher, ob Onlinewerbung für dich überhaupt funktioniert? Mach den kostenlosen Werbe-Check: ein paar Fragen, eine ehrliche Einschätzung und die Antwort, ob Google oder Meta zu dir passt. Auch wenn sie „noch nicht" lautet.
Nächster Schritt

Erst lesen. Dann entscheiden.

Wenn du es selbst angehen willst, nimm den Leitfaden. Er ist vollständig, kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich. Wenn du merkst, dass dir dafür die Zeit fehlt, sprich mit mir.

Im kostenlosen Analysegespräch sage ich dir auch, wenn Selbermachen in deinem Fall der bessere Weg ist.