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Deine erste Kampagne auf Meta & Google – Schritt für Schritt

Kein Freebie gegen deine E-Mail-Adresse, kein halbes Wissen. Das hier ist der ganze Prozess, den wir auch für unsere Kunden nutzen – von der ersten Überlegung bis zur skalierenden Kampagne. Für Meta (Facebook & Instagram) und Google. Mit Zahlen belegt, wo es welche gibt. Und ehrlich da, wo es keine gibt.

Wenn du danach lieber willst, dass jemand das für dich übernimmt – und nur verdient, wenn es liefert – findest du den Weg ganz unten. Aber du brauchst mich dafür nicht. Alles steht hier.

ca. 15 Minuten Lesezeit 10 Phasen, komplett offen Als PDF speichern
~85 % aller Suchanfragen in Deutschland laufen über Google4
21,6 Mio Menschen nutzen Facebook wöchentlich in Deutschland3
4,0 % Conversion-Rate einer guten Landingpage – fast doppelt so viel wie eine normale Website-Seite5
91 % der deutschen Unternehmen nennen Neukundengewinnung als wichtigste Priorität1

Die 10 Phasen im Überblick – klick dich direkt rein:

Phase 01

Meta oder Google? Die wichtigste Entscheidung zuerst

Bevor du überhaupt an Anzeigen denkst, musst du eins verstehen – und das entscheidet über Erfolg oder verbranntes Geld: Google und Meta funktionieren komplett unterschiedlich. Nicht ein bisschen. Grundlegend.

Bei Google sucht jemand aktiv. Er tippt „Dachdecker Dresden“ oder „Steuerberater in der Nähe“ ein – der Bedarf ist schon da, oft mit klarer Kaufabsicht.6 Deine Anzeige holt ihn genau in dem Moment ab. Bei Meta ist das anders: Da scrollt jemand durch Instagram, denkt gerade an nichts dergleichen, und dein Angebot muss ihn erst neugierig machen. Der Bedarf wird hier geweckt, nicht bedient.

Google Ads

Aktive Nachfrage abholen
  • Jemand sucht schon nach deiner Leistung
  • Ideal für Handwerk, Kanzleien, lokale Dienstleister, akute Bedürfnisse6
  • Schnellere Anfragen, aber du zahlst pro Klick oft mehr

Meta Ads

Nachfrage wecken
  • Du erreichst Menschen, die dich noch nicht kennen
  • Ideal für erklärungsbedürftige oder emotionale Angebote
  • Günstigere Reichweite, aber du brauchst starke Creatives

Mein Rat

Wenn Menschen aktiv nach deiner Leistung suchen (Handwerk, Beratung, alles „für die Region“), fang mit Google an. Wenn dein Angebot erst erklärt oder gezeigt werden muss, fang mit Meta an. Und pack nicht beides gleichzeitig an, wenn du zum ersten Mal Werbung machst – ein Kanal, sauber gemacht, schlägt zwei halbherzige.

Häufigster Fehler

„Ich mach einfach beides.“ Klingt logisch, ist aber mit kleinem Budget der sicherste Weg, auf beiden Kanälen zu wenig Daten zu sammeln – und dann bei beiden nicht zu wissen, warum es nicht läuft.

Phase 02

Angebot & Zielgruppe schärfen

Das ist der Teil, den fast alle überspringen – und genau deshalb scheitern die meisten Kampagnen hier, nicht an der Technik. Bevor auch nur ein Euro fließt, brauchst du drei Sätze glasklar:

  1. Wer genau ist dein idealer Kunde? Nicht „alle, die X brauchen“. Sondern: Alter, Ort, Situation, in der er steckt.
  2. Welches konkrete Problem löst du für ihn? In seiner Sprache, nicht in deiner Branchensprache.
  3. Warum du und nicht die Konkurrenz? Ein echter Grund, kein „Qualität & Service“.

Wenn du diese drei Sätze nicht sauber hinbekommst, wird die beste Anzeige der Welt nicht funktionieren. Weil weder du noch der Algorithmus weiß, wen sie ansprechen soll.

Ganz ehrlich

Ich sehe das ständig: Leute wollen „möglichst viele erreichen“ und definieren die Zielgruppe deshalb so breit wie möglich. Das ist genau falsch herum. Je schärfer du weißt, für wen du da bist, desto günstiger und besser werden deine Anfragen. Enge schlägt Breite.

Häufigster Fehler

Zielgruppe zu breit („Menschen zwischen 18 und 65, ganz Deutschland, Interesse: Business“). Der Algorithmus hat keine Chance zu lernen, wen er finden soll – die Folge sind teure Klicks von den Falschen.

Phase 03

Die Landingpage: eine Seite, ein Ziel

Schick deine Werbung niemals auf deine normale Startseite. Deine Website hat ein Menü, zehn Unterseiten, vielleicht einen Blog – lauter Ausgänge, durch die der Besucher wieder verschwindet. Für Werbung brauchst du eine eigene Seite mit genau einem Ziel: der Anfrage.

Und das ist kein Detail. Die Zahlen sind eindeutig: Eine gute, dedizierte Landingpage konvertiert im Schnitt bei rund 4 % – fast doppelt so viel wie eine normale Website-Seite mit etwa 2,35 %.5 Allein das Entfernen der Navigation kann die Conversion-Rate laut einer HubSpot-Auswertung um 16 bis 28 % steigern.5 In einem dokumentierten Fall fielen die Kosten pro Anfrage um 63 %, nachdem die Anzeigen statt auf die Startseite auf eine eigene Landingpage führten.5

Was auf die Seite muss – in dieser Reihenfolge:

  1. Eine Überschrift, die den Nutzen in 5 Sekunden erklärt. Nicht dein Firmenname – das Ergebnis, das der Kunde bekommt.
  2. Ein kurzes Formular. Name, Kontakt, vielleicht eine qualifizierende Frage. Jedes Feld mehr kostet dich Anfragen.
  3. Echte Vertrauenssignale. Dein echtes Gesicht, echte Fotos, ein Ort, eine Nummer. Kein Stock-Material – das erkennt heute jeder.
  4. Eine kurze FAQ, die die drei größten Einwände vorwegnimmt (Kosten, Aufwand, Risiko).
  5. Genau ein Button-Ziel, mehrfach wiederholt. Kein „Kontakt“, kein „Über uns“, kein Ausweg.
Häufigster Fehler

Die Anzeige führt auf die Startseite. Der Besucher landet im Menü-Dschungel, sucht, was du eigentlich von ihm willst – und ist weg, bevor er es findet. Du zahlst für den Klick, kriegst aber keine Anfrage.

Phase 04

Tracking einrichten – bevor du startest

Ohne Tracking machst du Werbung im Blindflug. Du siehst zwar, dass Geld rausgeht, aber nicht, welche Anzeige tatsächlich eine Anfrage gebracht hat. Und das Wichtigste: Der Algorithmus lernt nur dann, mehr von den richtigen Leuten zu finden, wenn du ihm meldest, was eine Anfrage ist. Kein Tracking heißt: kein Lernen.

Für Meta – das Pixel:

  1. Im Events-Manager unter business.facebook.com einen Datensatz (Pixel) anlegen.
  2. Das Pixel per Code oder über den Google Tag Manager auf deiner Landingpage einbauen.
  3. Ein Ereignis „Lead“ definieren, das beim Absenden des Formulars auslöst.
  4. Wenn möglich zusätzlich die Conversions API anbinden – sie meldet Conversions serverseitig und fängt ab, was der Browser blockt.

Für Google – das Conversion-Tracking:

  1. In Google Ads unter Ziele → Conversions eine neue Conversion-Aktion „Formular-Absenden“ anlegen.
  2. Das Google-Tag (oder GA4) auf der Seite einbauen – am saubersten über den Tag Manager.
  3. Prüfen, ob die Conversion wirklich auslöst: einmal selbst das Formular testweise absenden und im Konto kontrollieren.
Häufigster Fehler

Erst die Kampagne starten, Tracking „irgendwann“ nachrüsten. Die ersten Wochen sind die wertvollsten Lerndaten – die sind dann für immer weg. Tracking kommt vor der ersten Anzeige, nie danach.

Phase 05

Meta-Kampagne aufsetzen – Klick für Klick

Jetzt wird’s konkret. So baust du im Meta-Werbeanzeigenmanager (business.facebook.com) deine erste Kampagne. Meta arbeitet in drei Ebenen: Kampagne (das Ziel), Anzeigengruppe (wer, wo, wie viel Budget) und Anzeige (was man sieht).

  1. Oben links auf + Erstellen klicken.
  2. Als Kampagnenziel „Leads“ wählen – das ist das Ziel für Anfragen. (Nicht „Reichweite“, nicht „Interaktionen“ – die bringen dir hübsche Zahlen, aber keine Kunden.)
  3. Kampagne benennen. Für den Start ruhig eine manuelle Einrichtung statt Advantage+, damit du verstehst, was passiert.
  4. Auf Anzeigengruppen-Ebene den Conversion-Ort „Website“ und dein Pixel plus das Ereignis „Lead“ auswählen.
  5. Tagesbudget festlegen (mehr dazu in Phase 08).
  6. Zielgruppe: Standort, Altersspanne und – für den Anfang – ein bis zwei klare Interessen. Später sind Lookalike Audiences (Zwillinge deiner besten Kunden) meist das Stärkste.
  7. Platzierungen: „Advantage+ Platzierungen“ zulassen – Meta verteilt dein Budget dann automatisch dahin, wo es am besten läuft.
  8. Auf Anzeigen-Ebene Format, Bild oder Video, Text und den Link zu deiner Landingpage eintragen.
  9. Rechts in der Vorschau kontrollieren, wie die Anzeige auf dem Handy aussieht – dort sehen die meisten sie.
  10. Veröffentlichen. Fertig ist deine erste Kampagne.

Pass auf

Fang mit einer Anzeigengruppe und wenigen Zielgruppen an, nicht mit zehn. Der Algorithmus braucht gebündelte Signale, keine zerstreuten. Übersichtlich starten, dann ausbauen.

Phase 06

Google-Kampagne aufsetzen – Klick für Klick

Bei Google geht es nicht um Zielgruppen-Interessen, sondern um Suchbegriffe. Du bestimmst, bei welchen Suchanfragen deine Anzeige erscheint. So legst du in Google Ads (ads.google.com) eine Suchkampagne an:

  1. Auf Neue Kampagne klicken und als Ziel „Leads“ wählen.
  2. Als Kampagnentyp „Suchnetzwerk“ auswählen – das sind die klassischen Textanzeigen über den Suchergebnissen.
  3. Standort und Sprache festlegen – bei lokalen Dienstleistern eng eingrenzen (z. B. Dresden + Umkreis).
  4. Anzeigengruppen thematisch aufbauen: pro Thema eine Gruppe (z. B. „Dachreparatur“ getrennt von „Dachsanierung“).
  5. Keywords einbuchen und dabei die Keyword-Optionen nutzen: [genau passend] für maximale Kontrolle, "passende Wortgruppe" für etwas mehr Reichweite. Von „weitgehend passend“ am Anfang die Finger lassen.
  6. Auszuschließende Keywords pflegen (z. B. „kostenlos“, „Job“, „Ausbildung“), damit du nicht für die Falschen zahlst.
  7. Gebotsstrategie: für den Start „Conversions maximieren“. Sobald genug Daten da sind, auf einen Ziel-CPA (Wunsch-Kosten pro Anfrage) umstellen.
  8. Anzeigen texten: Google erlaubt bis zu 15 Überschriften und 4 Beschreibungen – gib mindestens 8–10 Überschriften an, die Maschine testet die beste Kombination.
  9. Erweiterungen ergänzen: Sitelinks, Anruf-Button, Standort. Die kosten nichts extra und vergrößern deine Anzeige.
  10. Budget setzen und Kampagne veröffentlichen.
Häufigster Fehler

Keine auszuschließenden Keywords pflegen. Dann zahlst du für Suchanfragen wie „X kostenlos“ oder „X Job“ – Klicks von Leuten, die niemals Kunde werden. Diese Liste ist deine wichtigste laufende Aufgabe bei Google.

Phase 07

Creatives & Anzeigentexte, die stoppen

Auf Social Media hast du ungefähr 1,5 Sekunden, bevor jemand weiterscrollt. Was in den meisten Branchen zieht: echte Gesichter, echte Sprache, ein echtes Problem – nicht das Hochglanz-Produktfoto. Authentisch schlägt poliert.

Video oder Bild? Die Daten sagen: Videos haben oft eine 25–35 % höhere Klickrate, aber Bilder konvertieren manchmal besser, weil sie sofort erfasst werden.7 Heißt für dich: Nicht raten – beides testen. Die Botschaft ist wichtiger als das Format.7

Bau von Anfang an drei bis vier verschiedene Creatives und lass sie gegeneinander laufen. Erst der Vergleich zeigt dir, welche Botschaft wirklich zieht – und die überträgst du dann auf alles andere.

Merksatz

Dein bestes Creative ist nicht das, das dir am besten gefällt. Es ist das, bei dem die Zahlen am besten sind. Verlieb dich in kein Motiv – verlieb dich in den Test.

Häufigster Fehler

Ein einziges Motiv wird geschaltet und nie wieder angefasst. Dabei kann vorher niemand wissen, ob es das richtige war – nicht mal der beste Werber. Ohne Test ist alles nur eine Vermutung.

Phase 08

Budget & Lernphase verstehen

Hier verlieren die meisten die Nerven – und ihr Geld. Jede neue Kampagne startet in der Lernphase: Der Algorithmus sammelt Daten und probiert aus, wem er die Anzeige zeigt. In dieser Zeit sind die Ergebnisse noch unruhig. Das ist normal, kein Fehler.

Bei Meta gilt als Richtwert: Eine Anzeigengruppe verlässt die Lernphase, wenn sie etwa 50 Conversions in 7 Tagen sammelt.2 Das ist keine Willkür – es ist die Menge an Signalen, die die Maschine braucht, um verlässlich zu entscheiden. Dein Budget sollte also so gewählt sein, dass diese Größenordnung realistisch erreichbar ist – als grobe Hausnummer ein paar Conversions pro Tag.2

~50 Conversions Lernphase (unruhig) stabil & planbar
Vereinfachte Darstellung: Erst schwanken die Ergebnisse, dann stabilisieren sie sich – wenn du die Kampagne so lange laufen lässt.
Häufigster Fehler

Panik am Tag 2. Die Kampagne wird abgebrochen oder ständig umgestellt, bevor die Lernphase überhaupt durch ist. Jede größere Änderung setzt die Lernphase zurück – du fängst immer wieder bei null an und wunderst dich, warum nichts stabil wird.

Phase 09

Auswerten statt hoffen – die Zahlen, die zählen

Nach ein paar Tagen mit genug Daten geht’s ans Auswerten. Und hier die wichtigste Regel: Reichweite und Klicks sind Eitelkeits-Zahlen. Was zählt, sind die Kosten pro echtem Ergebnis. Diese Kennzahlen musst du kennen:

Kosten pro Anfrage CPL / CPA

Die wichtigste Zahl. Was kostet dich eine Anfrage? Setz sie ins Verhältnis zu deinem Kundenwert.

Klickrate CTR

Wie viele klicken deine Anzeige an? Zeigt, ob dein Creative und deine Botschaft funktionieren.

Kosten pro Klick CPC

Was kostet ein Klick? Wichtig im Verhältnis zur Conversion-Rate deiner Landingpage.

Conversion-Rate CVR

Wie viele der Besucher werden zur Anfrage? Das ist die Note für deine Landingpage.

Die Logik dahinter ist einfach: Was zu teuer liefert, wird abgeschaltet. Was gut liefert, bekommt mehr Budget. Kein Bauchgefühl – die Zahlen sagen dir, was zu tun ist.

Der ehrliche Teil

Ich kann dir keine „gute“ Zahl pro Anfrage nennen, die für alle stimmt – 15 € sind für den einen ein Traum und für den anderen ruinös. Es kommt immer auf deinen Kundenwert an. Genau deshalb ist die erste Frage nie „Was kostet Werbung?“, sondern „Was ist dir ein neuer Kunde wert?“.

Phase 10

Skalieren, ohne alles zu zerstören

Wenn eine Kampagne endlich sauber liefert, ist der Reflex verständlich: Budget verdoppeln, Gas geben. Genau das bringt den Algorithmus aber oft aus dem Tritt – eine zu große Budgetänderung wirft die Anzeigengruppe zurück in die Lernphase, und deine Kosten pro Anfrage schießen erst mal wieder hoch.

Besser: In kleinen Schritten hochfahren, etwa 15–20 % alle paar Tage. Langsamer, ja – aber stabil. Und wenn ein Kanal sauber läuft, ist das der richtige Moment, den zweiten dazuzunehmen (Google neben Meta oder umgekehrt).

Häufigster Fehler

Budget über Nacht verdreifachen, weil’s gerade so gut läuft. Die Kampagne „resettet“ sich faktisch, die Ergebnisse brechen ein – und der Frust ist groß, obwohl eigentlich alles richtig lief.

Und jetzt?

Das war’s. Kein Geheimnis, keine Abkürzung.

Wenn du Zeit, Nerven und ein bisschen technisches Verständnis mitbringst, kannst du all das selbst umsetzen. Wirklich. Genau dafür steht der Leitfaden hier offen.

Und wenn du lieber willst, dass jemand das für dich baut, betreibt und optimiert – und nur verdient, wenn es liefert – dann lass uns 15 Minuten reden.

Quellen
  1. Bitkom e. V., Studie „Marketing im digitalen Wandel 2026“ – bitkom.org
  2. Meta / Webfriends, „Die Lernphase bei Meta Ads“ (Richtwert ~50 Conversions in 7 Tagen) – webfriends.de
  3. ARD/ZDF-Medienstudie 2025 (wöchentliche Facebook-Nutzung in Deutschland) – ard-zdf-medienstudie.de
  4. Statista / luna-park, Marktanteile Suchmaschinen in Deutschland 2025 – luna-park.de
  5. digitalapplied, „Landing Page Statistics 2026“ (dedizierte Landingpage vs. Website, Navigation entfernen, Fallbeispiel −63 % Cost-per-Lead) – digitalapplied.com
  6. netgrade, „Google Ads vs. Facebook Ads im Marketing Funnel“ (Suchintention vs. Discovery) – netgrade.de
  7. adheart / marketing.ch, Video- vs. Bild-Anzeigen auf Meta 2025 (CTR- und Conversion-Unterschiede) – marketing.ch